12 okt. 2011

Hast Du es schwierig?


Mullah Nasrudin fragte seine Zuhörer, ob sie die högste Seeligkeit ohne Umweg, direkt und ohne Anstrengung erreichen wollten. Ja, Mullah, antworteten alle zusammen, das wollen wir! Das will ich auch, antwortete Mullah Nasrudin.

Es ist offensichtlich, dass wir uns darüber klar werden müssen, dass wir selbst die entscheidende Verantwortung dafür tragen, wie wir unsere Wirklichkeit gestalten. Wir haben mit uns selbst eine Arbeit zu tun.

Lasst uns aussteigen, aus unserem zwangmässigen Handeln und Reagieren, sowohl in unserem Inneren, als auch mit einander. Es ist notwendig, eine neutrale Perspektive gegenüber unserer Wirklichkeit und uns selbst zu entwickeln; eine Perspektive die nicht urteilt und verurteilt, sonder uns und unsere Wirklichkeit auch einfach so sein lässt, wie wir sind. Es geht hier um den Aspekt meines Selbst, der nur ein Zeuge ist, der sich nicht damit beschäftigt zu urteilen, zu bewerten, zu verstehen und irgendwas aus all der Information zu machen, die durch unsere Wirklichkeit fliesst. In den geistigen Traditionen nennt man die so entwickelte Eigenschaft ”den Stillen Zeugen”. Nur wenn der Stille Zeuge sich in uns etabliert hat, können wir anfangen, uns selbst wahrzunehmen und können das Wahre in uns erleben, das was wir wirklich denken und fühlen.

Dafür müssen wir sehr aufmerksam werden, müssen alles so deutlich wie möglich erleben und dabei die Empfindungen im Äusseren und im Inneren ganz für sich selbst stehen lassen, so etwa, wie eine Serie von Zahlen. Das was geschieht hat seine eigene Information, unabhängig davon, ob wir etwas damit machen, oder nicht. Die Wirklichkeit ist wirklich in sich selbst und organisiert sich selbst auf eine harmonische Art und Weise, völlig unabhängig davon, ob sie von unseren moralischen Kommentaren bestätigt wird, oder nicht. Es ist so, als ob wir das Wasser eines Flusses betrachten. Der Fluss hat seine eigene Harmonie und die Landschaft und die Natur ebenfalls. Genau wie die Natur, so sind auch wir.

Die Eroberung dieser neutralen Art, sich selbst zu erleben, ist einer der Eckpfeiler des geistigen Wachstums und der geistigen Erneuerung. Durch sie kann ich ein Meister der Bewusstheit werden und ich kann die Art meines Verhaltens wählen. Sie gibt mir eine kontinuierliche Freiheit, mich zu entscheiden und selbst-bewusst zu werden, wahr gegenüber mir selbst.

Ich beginne damit, Ja zu meinem gesammten Selbst zu sagen und Ja zu der gesammten Wirklichkeit, so wie Alles jetzt gerade ist. Ich mache eine Pause von den normalen Bewertungen und sage Ja zum Sein wie es ist. So bald irgendetwas in meinem Inneren einen Anspruch auf exklusive Reaktionen und Aktionen erhebt, sage ich: Nein, jetzt ist Pause, alles darf sein, wie es ist.

Dann kann ich mich darin üben, meinen inneren Ausgangspunkt zu verschieben, die Stelle, von der aus ich erlebe. Ich versuche, mich vom Kopf hinunter zum Herzen zu begeben und versuche, in meiner Aufmerksamkeit herzlich und kontinuierlich zu sein. Jetzt denke ich, dass der höchste und wichtigste Ausgangaspunkt liebevolle Kraft ist, die Kraft, die mich erschaffen hat und die in meinem Herzen wohnt.

Dann denke ich, dass das Wesen der Liebe Freiheit ist. Tatsächlich sind sowohl Liebe, als auch Freiheit Teile meiner ursprünglichen Kraft. Der neutrale und stille Zeuge in meinem Inneren wirkt aus dieser ursprünglichen Kraft heraus mit passionierter Aufmerksamkeit. Sie ist da, wie das Herz, wie die Sonne, wie die Natur, und ist ewig jenseits jedes Anspruchs.

Die schöpfenden Liebe ist die ewige Quelle in meinem Inneren.

Sie ist der Ausgangspunkt, der erneuert und entwickelt,

der die Schritte zur Harmonie lenkt.


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